Berlin · Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Reihenhaus

Haus verkaufen
in Berlin Ihr Haus ist kein Mittelwert.

2.647 Häuser haben 2025 in Berlin den Eigentümer gewechselt – zu Preisen zwischen 2.533 und 6.307 € je Quadratmeter Wohnfläche. Zwischen einem Reihenhaus in Hellersdorf und einem freistehenden Haus in Zehlendorf liegt mehr als der Faktor zwei. Wir bewerten Ihr Haus nach Haustyp, Baujahr, Grundstück und Richtwertzone – nicht nach dem Berliner Durchschnitt.

★★★★★ 5,0 bei ProvenExpert · 92 Bewertungen
30 Jahre am Berliner Markt
2.647 Hausverkäufe 2025 in Berlin
44 Tage Ø bis zum Kaufvertrag
Ein-/Zweifamilienhaus Berlin
4.366 €/m² *
Berlin gesamt, 1.321 ausgewertete Kauffälle, Spanne 2.533 bis 6.307 €/m² Wohnfläche
▲ 1 % z. Vj.
Verkaufte Häuser
2.647 *
Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke 2025 – 71 % aller Verkäufe bebauter Grundstücke in Berlin
▲ 7 % z. Vj.
Freistehendes Haus
670.000 € *
Durchschnittskaufpreis 2025 · 64 % aller verkauften Eigenheime · 3.838 €/m² Geschossfläche
▼ 1 % z. Vj.
Doppelhaushälfte
551.000 € *
Durchschnittskaufpreis 2025 · 18 % aller verkauften Eigenheime · 3.669 €/m² Geschossfläche
▲ 1 % z. Vj.
Reihenhaus
542.000 € *
Durchschnittskaufpreis 2025 · 18 % aller verkauften Eigenheime · 3.788 €/m² Geschossfläche
▲ 2 % z. Vj.
Ø Vermarktungsdauer
44 Tage
von der Beauftragung bis zum unterschriebenen Kaufvertrag – eigene Auswertung, Häuser in Berlin

Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin, Immobilienmarktbericht 2025/2026, Berichtsjahr 2025.

Preisniveau je m² Wohnfläche nach Ausreißereliminierung; Durchschnittskaufpreise als arithmetische Mittelwerte aller Kauffälle des Jahres. Die Ø Vermarktungsdauer ist eine eigene Auswertung von BERLIVING Real Estate und keine amtliche Zahl.

Markteinschätzung

Was Ihr Haus in Berlin heute wert ist

Der Berliner Hausmarkt ist 2025 gewachsen, nicht eingebrochen. 2.647 Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke haben den Eigentümer gewechselt, sieben Prozent mehr als im Vorjahr, und der Geldumsatz stieg um acht Prozent auf 1,68 Mrd. €. Nach Stückzahl ist das mit Abstand der größte Teilmarkt: 71 von 100 verkauften bebauten Grundstücken in Berlin waren ein Haus.

Das mittlere Preisniveau lag bei 4.366 €/m² Wohnfläche, ein Prozent über 2024. Sobald es um Ihr Haus geht, ist das allerdings die am wenigsten brauchbare Zahl der ganzen Statistik. Sie fasst 1.321 Verkäufe zusammen, die zwischen 2.533 und 6.307 €/m² lagen, und dahinter stehen zwanzig Altbezirke mit sehr unterschiedlichen Märkten: Im Ortsteil Grunewald wurden 9.650 €/m² erzielt, im Bezirk Spandau 4.133 €/m². Bei 140 m² Wohnfläche sind das rund 772.000 € Unterschied – für dieselbe Fläche.

„Wer sein Haus am Berliner Mittelwert misst, liegt in jedem einzelnen Bezirk falsch. Die Frage ist nur, in welche Richtung.“

Dazu kommt der Haustyp, und der wird beim Preis regelmäßig unterschätzt. Ein freistehendes Haus wechselte 2025 im Schnitt für 670.000 € den Besitzer, eine Doppelhaushälfte für 551.000 €, ein Reihenhaus für 542.000 €. Das sind drei getrennte Käufergruppen mit drei getrennten Zahlungsbereitschaften – und drei getrennten Vergleichsmengen. Ein Reihenhaus am selben Bodenrichtwert wie ein freistehendes Haus bringt eben nicht denselben Quadratmeterpreis.

Auch das Baujahr sortiert den Markt. 41 % der 2025 verkauften Häuser stammen aus den Jahren 1949 bis 1990, 32 % aus der Zeit von 1920 bis 1948, 25 % sind Baujahr 1991 oder jünger; nur zwei Prozent sind älter als 1919. Für die drei großen Gruppen gibt es belegte Preiskorridore: freistehende Häuser der Baujahre vor 1949 wurden typischerweise zwischen 400.000 und 850.000 € gehandelt, Baujahre 1949 bis 1989 zwischen 430.000 und 700.000 €, Baujahre ab 1990 zwischen 590.000 und 930.000 €. Ein Haus von 1962 in gutem Zustand liegt also nicht automatisch unter einem Neubau – es liegt in einem anderen Korridor.

Deshalb beginnt jede Bewertung bei uns mit vier Größen: der Richtwertzone Ihrer Adresse statt des Bezirksmittels, dem Haustyp, dem Baujahr samt energetischem Zustand – und der Frage, was das Grundstück ohne Ihr Haus wert wäre. Gerade bei älteren Häusern auf großen Grundstücken entscheidet häufig diese zweite Rechnung über den Preis, weil der Käufer den Bodenwertanteil kauft und nicht die Bausubstanz. Wo der Unterschied zwischen einem sauber hergeleiteten Marktwert und einem Angebotspreis liegt, haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.

Schnell und unverbindlich

Preisniveau je Altbezirk

Zwölf Berliner Hausmärkte – und was sie unterscheidet

Der Gutachterausschuss weist das Preisniveau für Ein- und Zweifamilienhäuser nicht je Bezirk, sondern je Altbezirk beziehungsweise Ortsteil aus – also nach der Gliederung vor der Gebietsreform von 2001. Das ist für Eigentümer die nützlichere Einteilung, weil sie näher an den tatsächlichen Teilmärkten liegt: Grunewald, Schmargendorf und Dahlem erscheinen als eigene Zeilen, obwohl sie heute zu größeren Bezirken gehören. Die folgenden zwölf sind die Berliner Hausmärkte mit den belastbarsten Zahlen für 2025, sortiert nach Preisniveau. Alle Angaben in €/m² Wohnfläche, nach Ausreißereliminierung, jeweils mit Fallzahl und Spanne.

01

Grunewald

Das höchste Hauspreisniveau Berlins. 2025 wurden acht Häuser ausgewertet, alle in guter und sehr guter Wohnlage, mit einer Spanne von 4.446 bis 20.326 €/m². Ein Markt mit sehr wenigen Abschlüssen – Vergleichswerte sind hier knapp, die Bewertung läuft über Einzelfallanalyse statt über Statistik.

Villenlage 8 Kauffälle sehr große Spanne
Ø 2025 9.650 €/m² Wohnfläche
02

Dahlem

Das zweithöchste Niveau der Stadt und der höchste Einzelkaufpreis des Jahres: rund 14,5 Mio. € für ein Villengrundstück. Sieben ausgewertete Verkäufe zwischen 5.302 und 15.635 €/m², ebenfalls ausschließlich in guter und sehr guter Wohnlage.

Villenlage 7 Kauffälle Höchstpreis Berlins
Ø 2025 9.120 €/m² Wohnfläche
03

Wilmersdorf

8.073 €/m² bei 13 Kauffällen und einer Spanne von 5.983 bis 10.583 €/m². Der Altbezirk umfasst mit Schmargendorf (7.543 €/m²) und Grunewald zwei sehr unterschiedliche Teilmärkte – die Zahl für „Wilmersdorf“ allein trägt eine Bewertung nicht.

Stadtvilla 13 Kauffälle Teilmärkte trennen
Ø 2025 8.073 €/m² Wohnfläche
04

Zehlendorf

6.487 €/m² bei 54 Kauffällen – der größte Hausmarkt im oberen Preissegment und einer der wenigen, in dem das Niveau 2025 spürbar gestiegen ist. Spanne 4.129 bis 9.417 €/m². Genug Abschlüsse für belastbare Vergleichswerte.

Familienlagen 54 Kauffälle steigend
Ø 2025 6.487 €/m² Wohnfläche
05

Charlottenburg

6.273 €/m² bei 16 Kauffällen, Spanne 4.689 bis 8.841 €/m². Häuser sind hier die Ausnahme im Wohnungsbezirk – entsprechend eng ist der Käuferkreis und entsprechend wichtig die richtige Ansprache.

Rarität im Wohnungsmarkt 16 Kauffälle
Ø 2025 6.273 €/m² Wohnfläche
06

Steglitz

5.037 €/m² bei 87 Kauffällen und einer Spanne von 3.078 bis 7.104 €/m². Mit Lichterfelde und Lankwitz drei sehr verschiedene Hauslagen in einem Altbezirk – von der Villenkolonie bis zur Siedlungszeile.

87 Kauffälle breite Streuung gute Vergleichsbasis
Ø 2025 5.037 €/m² Wohnfläche
07

Köpenick

44 Kauffälle bei 4.496 €/m², Spanne 2.856 bis 6.002 €/m². Wasserlagen in Friedrichshagen, Rahnsdorf, Grünau und Müggelheim heben einzelne Adressen weit über den Ortsteilschnitt – hier lohnt der Blick auf die einzelne Richtwertzone besonders.

44 Kauffälle Wasserlagen Zonen prüfen
Ø 2025 4.496 €/m² Wohnfläche
08

Hellersdorf

113 Kauffälle bei 4.461 €/m², Spanne 2.790 bis 6.017 €/m². Zusammen mit Marzahn (4.312 €/m², 67 Kauffälle) der Berliner Markt mit den meisten Einfamilienhaus-Baugrundstücken – Neubau und Bestand konkurrieren hier direkt miteinander.

113 Kauffälle Neubaukonkurrenz Siedlungslagen
Ø 2025 4.461 €/m² Wohnfläche
09

Tempelhof

104 Kauffälle bei 4.224 €/m², Spanne 2.841 bis 5.543 €/m². Lichtenrade, Marienfelde und Mariendorf tragen den Markt; die Preisspanne ist enger als in fast jedem anderen Altbezirk – ein gut vergleichbarer, aber preissensibler Markt.

104 Kauffälle enge Spanne preissensibel
Ø 2025 4.224 €/m² Wohnfläche
10

Neukölln

187 Kauffälle bei 4.223 €/m², Spanne 2.683 bis 5.768 €/m² – und der stärkste Zuwachs an Verkaufszahlen aller Altbezirke. Der Hausmarkt liegt fast vollständig in Britz, Buckow und Rudow, nicht im Norden des Bezirks.

187 Kauffälle Süden des Bezirks wachsend
Ø 2025 4.223 €/m² Wohnfläche
11

Reinickendorf

Mit 226 ausgewerteten Kauffällen der größte Hausmarkt Berlins nach Stückzahl, bei 4.182 €/m² und einer Spanne von 2.689 bis 5.861 €/m². Frohnau, Hermsdorf, Lübars und Heiligensee liegen preislich deutlich über Wittenau oder dem Märkischen Viertel.

größter Hausmarkt 226 Kauffälle Lage entscheidet
Ø 2025 4.182 €/m² Wohnfläche
12

Spandau

169 Kauffälle bei 4.133 €/m², Spanne 2.413 bis 5.956 €/m². Kladow und Gatow am Havelufer bilden ein eigenes Segment, das mit den Siedlungslagen in Staaken oder Falkenhagener Feld wenig gemein hat.

169 Kauffälle Havelufer als Sondermarkt
Ø 2025 4.133 €/m² Wohnfläche

Zwei Dinge sind an dieser Tabelle wichtiger als die Reihenfolge. Erstens: Die Fallzahl entscheidet mit darüber, wie belastbar ein Mittelwert ist. Reinickendorf mit 226 ausgewerteten Verkäufen liefert eine ganz andere Vergleichsbasis als Grunewald mit acht. Zweitens: Die Spanne innerhalb eines Altbezirks ist fast immer größer als der Abstand zwischen zwei Altbezirken. In Zehlendorf reicht sie von 4.129 bis 9.417 €/m² – das ist mehr Unterschied, als zwischen Zehlendorf und Spandau liegt. Wer wissen will, wo sein Haus in dieser Spanne steht, kommt an der Einzelbewertung nicht vorbei. Wir machen sie kostenfrei und unverbindlich.

Wenn Ihr Haus im Brandenburger Umland liegt, gelten andere Vergleichsmaßstäbe – dazu haben wir eine eigene Einordnung zum Umlandmarkt. Und wenn Sie statt eines Hauses eine Eigentumswohnung oder ein Mietshaus verkaufen, führen die Seiten Wohnung verkaufen in Berlin und Mehrfamilienhaus verkaufen in Berlin weiter.

Die Haustypen

Sechs Haustypen, sechs Käufergruppen

Die amtliche Statistik führt Ein- und Zweifamilienhäuser in einer Zeile, der Markt tut das nicht. Freistehendes Haus, Doppelhaushälfte und Reihenhaus haben 2025 in Berlin unterschiedliche Durchschnittspreise, unterschiedliche Grundstücksgrößen und unterschiedliche Käufer gehabt – und sie haben sich unterschiedlich entwickelt: Bei freistehenden Häusern gab das Preisniveau leicht nach, bei Reihenhäusern stieg es. Villen, Landhäuser und Townhäuser werden vom Gutachterausschuss ohnehin als eigene Grundstücksarten geführt. Die angegebenen Werte sind Durchschnittskaufpreise des Jahres 2025 für ganz Berlin – sie ordnen ein, sie bewerten nicht.

01

Freistehendes Haus

Der größte Teilmarkt: 64 % aller 2025 verkauften Eigenheime. Durchschnittlich 3.838 €/m² wertrelevante Geschossfläche bei rund 700 m² Grundstück. Preistreiber ist hier fast immer das Grundstück – in einfacher und mittlerer Wohnlage wurden für Baujahre 1920 bis 1948 im Mittel 3.175 €/m² erzielt, in guter und sehr guter Wohnlage 4.583 €/m².

64 % des Marktes Grundstück entscheidet größte Preisspanne
Ø Kaufpreis 2025 670.000 €
02

Doppelhaushälfte

18 % des Teilmarkts und der einzige Haustyp, dessen Preisniveau 2025 in fast allen Baujahrsgruppen nachgab. Durchschnittlich 3.669 €/m² Geschossfläche bei rund 420 m² Grundstück. Baujahre 1991 bis 2021 lagen in guter Wohnlage mit 6.060 €/m² deutlich über dem Durchschnitt – Zustand und Lage trennen diesen Markt stärker als bei jedem anderen Haustyp.

18 % des Marktes kleines Grundstück Zustand entscheidet
Ø Kaufpreis 2025 551.000 €
03

Reihenhaus

Ebenfalls 18 % des Teilmarkts, mit dem kleinsten Grundstück – im Mittel 250 bis 290 m². 3.788 €/m² Geschossfläche im Durchschnitt. Reihenhäuser der Baujahre 1920 bis 1948 in guter Wohnlage erzielten 5.959 €/m², solche der Baujahre 1971 bis 1990 in einfacher Lage 3.260 €/m². Käufer sind fast ausschließlich Familien mit klarer Budgetobergrenze.

18 % des Marktes Familienkäufer enge Preisspanne
Ø Kaufpreis 2025 542.000 €
04

Villa oder Landhaus

Ein eigener Teilmarkt der Kaufpreissammlung: freistehende Häuser in offener Bauweise auf großem, oft parkähnlichem Grundstück. 2025 geprägt von Objekten in Kladow, Grunewald, Westend, Wilmersdorf, Biesdorf, Pankow und Mahlsdorf. In sehr guter Wohnlage im Mittel 8.636 €/m² Geschossfläche auf 1.540 m² Grundstück; der höchste Einzelkaufpreis des Jahres lag in Dahlem bei rund 14,5 Mio. €.

eigener Teilmarkt sehr große Spanne diskrete Vermarktung
Ø Kaufpreis 2025 5.750.000 €
05

Townhaus

Mehrgeschossige Einfamilienhäuser auf schmalen innerstädtischen Grundstücken in geschlossener Bauweise, seit 2005 eigenständig geführt. 2025 ausschließlich Weiterverkäufe aus Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg, im Mittel 8.502 €/m² Geschossfläche bei nur 218 m² Grundstück. Typische Preisspanne der Weiterverkäufe: 960.000 bis 7.100.000 €.

innerstädtisch 10 Verkäufe 2025 Weiterverkäufe
Ø Kaufpreis 2025 2.820.000 €
06

Zweifamilienhaus

In der amtlichen Statistik gemeinsam mit dem Einfamilienhaus geführt, im Verkauf aber ein Sonderfall: Ist die zweite Einheit vermietet, verschiebt sich der Käuferkreis vom Eigennutzer zum Kapitalanleger – und mit ihm die Bewertungslogik. Ist sie frei, zählt sie als Wohnflächenreserve. Wir rechnen beide Varianten und vermarkten die, die mehr bringt.

zwei Käufergruppen Mietstatus entscheidet beide Wege rechnen

Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin, Immobilienmarktbericht 2025/2026, Kapitel 5.4.2. Beim Zweifamilienhaus weist der Bericht keinen eigenen Durchschnittskaufpreis aus.

Fünf Pflichten, die beim Hausverkauf in Berlin wirklich greifen

Beim Verkauf eines Einfamilienhauses hängen mehr gesetzliche Pflichten am Verkäufer, als die meisten Eigentümer erwarten – und einige davon haben sich 2026 geändert. Das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die Paragrafennummern der Energieausweis-Regeln sind gleich geblieben, die Heizungsvorgaben der früheren §§ 71 bis 73 sind entfallen. Die folgenden fünf Punkte betreffen praktisch jeden Hausverkauf. Sie sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung – bei Vertrags- und Steuerfragen gehört die Rücksprache mit Notar und Steuerberater dazu.

  • Energieausweis: vorlegen bei der Besichtigung, übergeben nach dem Kaufvertrag Nach § 80 Absatz 4 GModG müssen Verkäufer oder Makler dem Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis vorlegen und ihm spätestens unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrags ein Exemplar übergeben. Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, reicht der günstigere Verbrauchsausweis nicht – hier ist ein Energiebedarfsausweis vorgeschrieben, sofern das Haus nicht das Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt. Das betrifft einen erheblichen Teil der Berliner Siedlungshäuser und ist einer der häufigsten Fehler beim Privatverkauf.
  • Pflichtangaben in jeder Anzeige – Bußgeld bis 10.000 € Liegt ein Energieausweis vor, muss jede kommerzielle Immobilienanzeige nach § 87 GModG fünf Angaben enthalten: Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder -verbrauch, wesentliche Energieträger der Heizung, Baujahr und Energieeffizienzklasse. Fehlt eine davon, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die nach § 108 Absatz 2 GModG mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden kann.
  • Nachrüstpflicht: zwei Jahre nach dem Eigentümerwechsel § 35 GModG verpflichtet dazu, die oberste Geschossdecke oder das darüberliegende Dach eines Bestandsgebäudes zu dämmen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen der Eigentümer am 1. Februar 2002 selbst gewohnt hat, gilt die Pflicht erst ab dem ersten Eigentümerwechsel danach – und dann innerhalb von zwei Jahren ab Eigentumsübergang. Sie trifft also den Käufer, nicht Sie. Genau deshalb gehört sie in die Verhandlung: Ein informierter Käufer rechnet die Kosten sonst einseitig gegen den Kaufpreis.
  • Spekulationsfrist: zehn Jahre – außer bei Eigennutzung Der Gewinn aus dem Verkauf einer privaten Immobilie ist nach § 23 EStG steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen. Ausgenommen sind Objekte, die im Zeitraum zwischen Anschaffung und Verkauf durchgehend oder im Verkaufsjahr und den beiden vorangegangenen Kalenderjahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. Bei geerbten Häusern läuft die Frist des Erblassers weiter, sie beginnt nicht neu. Die Berechnung im Einzelfall gehört zum Steuerberater – aber die Frage sollte vor dem Vermarktungsstart geklärt sein, nicht beim Notartermin.
  • Offenbarungspflicht: verschwiegene Mängel überstehen jeden Gewährleistungsausschluss Der übliche Ausschluss der Sachmängelhaftung im Kaufvertrag hilft nicht, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen wurde: Nach § 444 BGB kann sich der Verkäufer darauf nicht berufen. Feuchtigkeit im Keller, ein bekannter Hausschwammbefall, eine ungenehmigte Dachgeschoss- oder Anbau-Erweiterung, Altlasten im Boden – all das gehört offengelegt und dokumentiert. Das ist kein Nachteil im Verkauf: Ein sauber dokumentierter Mangel kostet einmal Verhandlungsspielraum, ein verschwiegener kostet Jahre später den halben Kaufpreis.

Welche dieser Punkte für Ihr Haus konkret greifen, klären wir vor dem ersten Foto – zusammen mit der Frage, welche Unterlagen Sie beschaffen müssen und welche wir für Sie besorgen.

Unterlagen und Pflichten vorab klären

Ablauf

So läuft Ihr Hausverkauf – in sieben Schritten

Vom ersten Termin bis zum unterschriebenen Kaufvertrag liegen bei uns im Schnitt 44 Tage. Der größte Zeitfresser ist dabei fast nie die Vermarktung, sondern die Beschaffung von Unterlagen – Flurkarte, Baulastenauskunft und Bauakteneinsicht laufen über Berliner Ämter mit eigenen Bearbeitungszeiten. Deshalb starten wir damit parallel zur Wertermittlung, nicht danach. Eine vollständige Übersicht steht in unserer Checkliste für den Verkauf eines Einfamilienhauses.

  1. Wertermittlung vor Ort

    Besichtigung des Hauses und des Grundstücks, Abgleich mit der Richtwertzone Ihrer Adresse, Vergleichsobjekte desselben Haustyps und derselben Baujahrsgruppe im Umkreis, getrennte Betrachtung von Boden- und Gebäudewertanteil.

    ca. 3–5 Werktage
  2. Unterlagen & Strategie

    Grundbuchauszug, Flurkarte, Baulastenauskunft, Bauakteneinsicht, Energieausweis, bei Anbauten oder ausgebautem Dachgeschoss zusätzlich die Prüfung der Genehmigungslage. Parallel legen wir Preiskorridor und Vermarktungsweg fest.

    ca. 1–2 Wochen
  3. Aufbereitung

    Professionelle Fotografie zur richtigen Tageszeit, maßstäbliche Grundrisse aller Geschosse, Exposé mit Grundstückszuschnitt und Ausbaureserve. Bei Häusern mit Renovierungsbedarf zeigen wir die Reserve, statt sie zu verstecken.

    ca. 1 Woche
  4. Vermarktung – öffentlich oder diskret

    Zielgruppengenaue Ansprache: Beim freistehenden Haus und beim Reihenhaus sind das fast immer Familien aus dem eigenen und den angrenzenden Bezirken, bei Zweifamilienhäusern kommen Kapitalanleger dazu. Auf Wunsch ausschließlich über unsere vorgemerkten Interessenten – ohne Portal, ohne Schild.

    laufend
  5. Besichtigungen

    Einzeltermine statt Sammelbesichtigung, geführt von der Person, die Ihr Haus bewertet hat. Der Energieausweis liegt bei jedem Termin vor, wie es § 80 GModG verlangt.

    laufend
  6. Verhandlung & Notartermin

    Wir prüfen die Finanzierungsbestätigung, bevor wir reservieren, verhandeln in Ihrem Auftrag und stimmen den Kaufvertragsentwurf mit dem Notar ab – einschließlich der Regelungen zu bekannten Mängeln und zum Übergabezeitpunkt.

    ca. 4–8 Wochen
  7. Übergabe

    Gemeinsame Übergabe mit Protokoll, Zählerständen, sämtlichen Schlüsseln inklusive Garage und Gartentor, Übergabe der Bauunterlagen und Ummeldung von Strom, Gas und Wasser.

    nach Kaufpreiszahlung

Variable Provision

Wir vereinbaren keinen Standardsatz. Unsere Vergütung richtet sich nach dem erzielten Preis und wird vor der Beauftragung schriftlich festgelegt – wer mehr erreicht, verdient mehr, und wer nichts verkauft, berechnet nichts. Beim Verkauf eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher tragen Käufer und Verkäufer die Provision seit dem 23. Dezember 2020 je zur Hälfte (§§ 656a ff. BGB). Wie das im Detail funktioniert, steht auf der Seite zur variablen Provision.

Diskrete Vermarktung

Ein Haus lässt sich nicht anonymisieren: Fassade, Straße und Grundstückszuschnitt erkennen die Nachbarn sofort. Wer aus einer Trennung, einem Erbfall oder einer beruflichen Veränderung heraus verkauft, will das oft nicht im Portal lesen. Wir vermarkten auf Wunsch ausschließlich über den eigenen Interessentenkreis – ohne Inserat, ohne Schild, ohne offene Besichtigung.

30 Jahre Berlin

Seit drei Jahrzehnten begleiten wir Verkäufe in Berlin und im Umland. Das zeigt sich vor allem dort, wo Statistik aufhört: bei der Frage, was ein bestimmter Straßenzug in Frohnau oder ein bestimmter Grundstückszuschnitt in Kaulsdorf tatsächlich bringt. Bei ProvenExpert stehen wir bei 5,0 von 5 Sternen.

Häufige Fragen

Hausverkauf in Berlin im Detail

Für Ein- und Zweifamilienhäuser lag das mittlere Preisniveau 2025 berlinweit bei 4.366 €/m² Wohnfläche, ermittelt aus 1.321 auswertbaren Kauffällen mit einer Spanne von 2.533 bis 6.307 €/m² (Immobilienmarktbericht 2025/2026). Je Altbezirk reicht die Skala von 4.133 €/m² in Spandau bis 9.650 €/m² im Ortsteil Grunewald. Diese Zahlen ordnen ein, sie bewerten nicht: Über den Verkehrswert Ihres Hauses entscheiden Haustyp, Baujahr und energetischer Zustand, Grundstückszuschnitt und Ausnutzbarkeit, vorhandene Ausbaureserve – und die Richtwertzone, in der Ihre Adresse tatsächlich liegt. Wir ermitteln beides kostenfrei: den Bodenwertanteil und den Gebäudewertanteil, getrennt gerechnet.
Ja, und zwar in jeder Hinsicht. Freistehende Häuser machten 2025 rund 64 % aller verkauften Eigenheime aus, Doppelhaushälften und Reihenhäuser je etwa 18 %. Die Durchschnittskaufpreise lagen bei 670.000 €, 551.000 € und 542.000 € – aber der eigentliche Unterschied liegt im Käuferkreis. Beim Reihenhaus ist die Budgetobergrenze der Familien meist durch die Finanzierung gesetzt, die Preisspanne entsprechend eng, die Vergleichbarkeit hoch. Beim freistehenden Haus entscheidet dagegen fast immer das Grundstück, und die Spanne ist erheblich größer. Beides verlangt eine andere Preisstrategie und eine andere Ansprache.
Grundbuchauszug, Flurkarte, Baulastenauskunft, Grundrisse und Wohnflächenberechnung, Energieausweis, Nachweise über Modernisierungen sowie – bei Anbauten, ausgebauten Dachgeschossen oder Wintergärten – die Baugenehmigung. Ein Teil davon kommt in Berlin über das jeweilige Bezirksamt und braucht Vorlauf; Bauakteneinsicht dauert je nach Bezirk mehrere Wochen. Wir beschaffen die Unterlagen im Rahmen des Auftrags. Eine vollständige Liste steht in unserer Checkliste für den Verkauf eines Einfamilienhauses.
Ja. Nach § 80 Absatz 3 GModG ist beim Verkauf ein Energieausweis auszustellen, wenn kein gültiger vorliegt, und nach Absatz 4 spätestens bei der Besichtigung vorzulegen. Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist ausdrücklich ein Energiebedarfsausweis vorgeschrieben – der einfachere Verbrauchsausweis genügt nur, wenn das Gebäude das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt oder später darauf gebracht wurde. Fehlen die Pflichtangaben aus dem Ausweis in der Anzeige, kann das nach § 108 GModG ein Bußgeld bis 10.000 € nach sich ziehen. Seit dem 29. Juli 2026 heißt das Gesetz Gebäudemodernisierungsgesetz; die Vorschriften zum Energieausweis sind inhaltlich unverändert geblieben.
Von der Beauftragung bis zum unterschriebenen Kaufvertrag liegen bei unseren Berliner Hausverkäufen im Schnitt 44 Tage. Danach vergehen bis zur Kaufpreiszahlung und Übergabe typischerweise weitere vier bis acht Wochen, weil Fälligkeitsvoraussetzungen wie Auflassungsvormerkung und Lastenfreistellung eingetragen sein müssen. Verlängernd wirken vor allem fehlende Unterlagen und ungeklärte Genehmigungsfragen bei Anbauten – deshalb beginnen wir mit beidem, bevor das erste Foto entsteht.
Nein. Beim Verkauf eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher gilt seit dem 23. Dezember 2020 die hälftige Teilung nach §§ 656a ff. BGB: Verkäufer und Käufer tragen die Provision je zur Hälfte, und der Käufer muss seinen Anteil erst zahlen, wenn der Verkäufer den seinen nachweislich gezahlt hat. Für unbebaute Grundstücke, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte gilt diese Teilung nicht. Unser Satz wird erfolgsabhängig vereinbart, vor der Beauftragung schriftlich festgehalten und liegt unter dem in Berlin ortsüblichen Niveau.

Ihre Anfrage

Schreiben Sie uns – Adresse, Haustyp und Baujahr genügen für den Anfang. Wir antworten innerhalb eines Werktags, persönlich und ohne automatisierte Bewertungsmail.

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