Innenprovision – ein Begriff, der im Berliner und Brandenburger Immobilienmarkt für viel Gesprächsstoff sorgt. Doch worum handelt es sich tatsächlich? Wer zahlt, wofür und wie transparent läuft der Prozess ab? Der folgende Überblick konzentriert sich auf die wichtigsten Prinzipien und Fallstricke für Immobilienverkäufer.
Das Prinzip Innenprovision: Für wen, von wem, in welcher Form?
Im Kontext des Immobilienverkaufs bezeichnet die Innenprovision das klassische Honorar, das der Auftraggeber – also meist der Verkäufer – an den Makler für die Vermittlung zahlt. Sie ist im Maklervertrag eindeutig geregelt und wird direkt nach erfolgreichem Abschluss fällig.
In Berlin und Brandenburg herrscht häufig die Variante vor, dass nur der Verkäufer die Courtage übernimmt. Der Makler arbeitet damit im Auftrag des Verkäufers, aber oft mit dem Ziel, Kaufinteressenten zuzuführen und die Immobilie bestmöglich am Markt zu platzieren.
Wesentlich: Die Innenprovision ist für den Käufer zunächst nicht transparent sichtbar – ihre Höhe bleibt ein Thema zwischen Makler und Verkäufer.
Innenprovision vs. Außenprovision – wo liegt der Unterschied?
- Innenprovision: Zahlungspflichtig ist der Verkäufer. Die Provision kann flexibel vereinbart werden.
- Außenprovision: Der Käufer trägt die Kosten. Heutzutage meist nur bei vermittelten Mietwohnungen zulässig – im Verkauf greift das Bestellerprinzip nur eingeschränkt.
Transparenz, Doppeltätigkeit und aktuelle Entwicklungen
Die Maklerprovision ist rechtlich ein kompliziertes Feld – Transparenz zugunsten aller Parteien wird zunehmend verlangt. Zwar war die Innenprovision lange Zeit Standard, doch dank des Bestellerprinzips und wachsender Regulierung wandeln sich Strukturen:
- Doppeltätigkeit des Maklers: Häufig agiert der Makler für beide Seiten: Er erhält eine Innenprovision vom Verkäufer, kann aber – je nach Vereinbarung – zusätzlich eine reduzierte Käuferprovision verlangen. In Berlin & Brandenburg ist aber oft nur der Verkäufer zahlungspflichtig.
- Provisionsteilung: Wird dennoch eine Provisionsteilung vereinbart, muss diese eindeutig und transparent im Kaufvertrag fixiert sein. Die Aufteilung ist Bestandteil des Provisionsmodells und variiert je nach Marktsituation.
Der Trend der letzten Jahre: Diskretere Modelllösungen, individualisierte Provisionsmodelle und Fokus auf klare Kommunikation zwischen Makler, Verkäufer und Käufer.
Mehr Details zu Provisionsmodellen und Einsparpotenzialen: Weiterführende Informationen
| Provisionsmodell | Zahlungspflicht | Transparenz |
|---|---|---|
| Innenprovision | Verkäufer | Häufig exklusiv; für Käufer nicht offen ausgewiesen |
| Außenprovision | Käufer | Im Exposé klar genannt |
| Provisionsteilung | Verkäufer & Käufer | Regelung im Kaufvertrag |
Die Innenprovision dominiert im Berliner & Brandenburger Markt – zunehmende Transparenz ist jedoch sichtbar.
Berechnung und Höhe der Innenprovision: Worauf Verkäufer achten sollten
Wie hoch darf eine Innenprovision sein? Welche Faktoren bestimmen die Courtage? In der Praxis richtet sich die Vergütung des Maklers nach dem erzielten Verkaufspreis und den individuellen Verhandlungsergebnissen zwischen Makler und Verkäufer.
Typische Einflussfaktoren
- Marktniveau: Je nach Wettbewerb in Berlin und Brandenburg kann die Innenprovision unterschiedlich ausfallen.
- Leistungsumfang: Umfangreiche Vermarktung (z. B. Homestaging, exklusive Exposés) kann die Provision erhöhen.
- Objektart: Für Einfamilienhäuser, Wohnungen oder Spezialimmobilien werden häufig unterschiedliche Sätze vereinbart.
Berechnungsformel
Die Berechnung ist transparent möglich: Verkaufspreis x Provisionssatz (%) = Innenprovision
Beispiel: Bei einem Verkaufspreis von 500.000 € und einer vereinbarten Innenprovision von 2,5 % zahlt der Verkäufer 12.500 € brutto.
Bestellerprinzip und aktuelle Praxis
Das sogenannte Bestellerprinzip verpflichtet denjenigen zur Zahlung, der den Makler beauftragt – dadurch fällt die Innenprovision in der Regel auf den Verkäufer. Die Käuferprovision entfällt meist. Eine Ausnahme ist möglich, wenn explizit eine Provisionsaufteilung vereinbart wurde.
Empfehlung: Lassen Sie sich die Provisionsstruktur immer schriftlich erläutern, bevor Sie einen Maklerauftrag erteilen.
Checkliste: Was ist rund um die Innenprovision zu beachten?
- Maklervertrag im Detail prüfen: Provisionssätze, Zahlungsmodalitäten, Leistungsumfang.
- Transparenz einfordern: Offenlegung aller Kostenmodelle.
- Genau abklären, ob Doppeltätigkeit und Provisionsteilung vereinbart werden.
- Bestellerprinzip im Hinterkopf behalten: Wer hat den Auftrag erteilt?
- Vergleichsangebote mehrerer Makler einholen.
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